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In der
Region Oberschwaben, Bodensee, Allgäu sind wir der einzige
Trachtenverein, der über einen kompletten Hochzeitszug aus dem 18.Jh.
verfügt. Allen voran der Hochzeitslader in schwäbischer Landtracht mit
Kniebundhose, roter West, langem Kirchenmantel, Schärpe, Dreispitz,
Ladestock und Säbel. Er ist die wichtigste Person bei einer Hochzeit.
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Er gehörte
damals zu den privilegierten Männern im Dorf oder in der Stadt, welche
eine Waffe tragen durften. Es war das Recht, die Wehrhaftigkeit eines
freien Bürgers eine Waffe zu tragen. 1806 kam unsere Region zum Königreich
Württemberg und das tragen der Waffe wurde verboten.
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Der Hochzeitslader war für die Organisation der Hochzeit
verantwortlich.
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Dr Hochzeitslader schwätzt:
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für die, die nicht so gut schwäbisch verstehen
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Gruaß
Gott, ihr Weibr und Maa,
heit kehrt dr Hochzeitsladr a.
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Grüß
Gott, ihr Frauen und Männer,
heute kommt der Hochzeitslader zu euch
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| Wissertrs
scho, d’Marie hot dr Karle gnomma |
Habt
ihr es schon gehört, die Marie und der Karle sind ein Paar |
| Ihr
sollet au zr Hochzeit komma |
Ihr
seid zur Hochzeit eingeladen. |
| Abr
dassr au ebbes Reats schenka dunt, |
Aber
dass ihr auch ein richtiges Geschenk mitbringt, |
| it,
dassr eich no schemma munt! |
Kein
solches, für das ihr euch schämt. |
| S’Fescht
fangt a am Samstig um elfe in dr Kircha |
Das
Fest beginnt am Samstag um elf Uhr in der Kirche |
| Kommet
au, eier Herrgott muentr jo it fircha |
kommt
auch alle, unseren Herrgott braucht ihr ja nicht zu fürchten |
| Nochert
isch im Alt. Oxa s’Hochzeitsessa, |
Danach
ist im Alt. Ochsen das Hochzeitsessen |
| Knedlsupp,
Brota, Salot und au a Soß isch it vrgessa |
Knödelsuppe,
Braten, Salat und auch die Soße ist nicht vergessen |
| Mittags
goht ma schpaziera zwecks em Vrdaue |
nachmittags
geht man spazieren, gut für die Verdauung |
| Abr
d Kind sottet sich wegem Häs it vrhaue |
Aber
die Kinder sollten sich nicht schlagen, sie tragen das Sonntagsgewand |
| Gega
Obed isch s’Veschpr mit Wurscht und Brot |
Gegen
Abend werden Wurst und Brot gegessen (Vesper) |
| S’Tanza
hot nochert jo koi Not |
das
Tanzen geht nachher umso besser |
| Bis
in d’Nacht nei lot mes Brautpaar leaba |
Bis
in die Nacht hinein wird das Brautpaar gefeiert |
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S’wird au bei selle
bloss Glück und Liabe geaba
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hoffentlich
gibt es bei ihnen nur Glück und Liebe
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| So,
etzt sotte e ebbes hon fir dr Maga, |
So,
jetzt sollte ich etwas für den Magen haben, |
| mir
isch ganz schleacht vom „Eilada“-sage
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mir
ist schon ganz schlecht von „Einladen“-sagen
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| …….
Etzt isch mir bessr, i sag main Dank |
………
jetzt geht es mir schon besser, ich bedanke mich |
| Als
Hochzeitsladr vom Schwäbischa Obrland
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als
Hochzeitslader vom Schwäbischen Oberland.
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Ein Hochzeitsgedicht um 1870:
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| Dr scheenschte Dag der isch erschiena, |
Der schönste Tag, der ist gekommen |
| Dir Breitigam, dir wehe Braut, |
zum Bräutigam, zu dir der schönen Braut |
| etzt dirfet ihr eich ewig liaba |
jetzt dürft ihr euch ewig lieben |
| Gott sei Dank, eich hot meh traut. |
Gott sei Dank, jetzt seid ihr getraut worden. |
Es beschte Los sei eich beschieda |
Das Beste wünschen wir euch |
| Nia schtöhr eich je a Ungemach |
nie soll euch eine Schwierigkeit stören |
| Dr Hemmel öffne sich hinieda |
Der Himmel soll sich öffnen |
| Eich grot des Glück an sellem Tag. |
Euch soll das Glück jeden Tag zur Seite stehen |
I bring eich etzet sell Loib Brot, |
Ich gebe euch jetzt diesen Brotlaib, |
| dass in dr Ehe jo koi Not, |
dass ihr in der Ehe keine Not habt |
| Und au des Leabens Würze, durch sell Salz |
und auch des Lebens Würze, durch dieses Salz |
| Geab i eich mit, Gott erhalts. |
Gebe ich euch dazu, Gott erhalte es. |
So leabet aschtändig, wie a Engelschar |
So lebt anständig, wie eine Engelschar |
| Gsund, gfräs und froh |
gesund, nie hungrig und froh |
| Mir feiret denn in fuchzig Johr |
Wir feiern dann in fünfzig Jahren |
| De goldn Hochzig ebba so |
die Goldene Hochzeit genau so. |
Genauso
wichtig wie der Hochzeitslader ist das Brautpaar. Auffällig an der Braut
ist ihr Kopfschmuck, die Brautkrone Familienbesitz ihrer Familie.
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Reich
verziert mit Pailletten, Perlen, Blüten, als Zeichen von neuem Leben -
ein Fruchtbarkeitssymbol. Nach der Hochzeit bekam Sie von ihrer
Schwiegermutter die Radhaube (s. Radhaube) als Zeichen der verheirateten
Frau. Daher die Redensart: „Unter die Haube kommen". Zur Hochzeit
trägt Sie den Wollrock, die gestreifte Seidenschürze, das Speckmieder
mit der Miederkette, das Mailänder Seidentuch und am Mieder den
Hochzeitsbuschen.
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Der
Hochzeiter (Bräutigam) trägt die Kniebundhose, je nach Geldbeutel aus
Leder oder Stoff, die rote Weste mit den silbernen Duttenknöpfen. Je mehr
und je größer die Knöpfe, um so reicher der Bräutigam. Die kurze
Jacke, das sogenannte Karmisol, auf dem Kopf den Hörnerhut und darunter
die seidene Zipfelmütze.
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Die
Schwiegereltern, in der Landtracht, Schwieger‑ oder Brautmutter im
Wollrock, Seidenschürze und Jacke, keine Bluse, sondern eine Art
Einsteckkragen „der Bscheißer".
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Auf dem
Kopf zur Feier des Tages, die große Radhaube, zu Ihr gehört auch die
Bockelhaube. Der Schwieger‑ oder Brautvater mit Kniebundhose, roter
Weste, (ähnlich wie Hochzeiter). Zum weißen Leinenhemd das Kroatentuch,
ein schmales, schwarzes Tuch, das um den Hals gebunden wird.
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Auf dem
Kopf den schwäbischen Krempfen‑ oder Schnallenhut. Je nach Dorf,
mit einer breiten oder schmalen Krempe. An der Hose den Ranzenspanner,
eine grobe silberne Uhrenkette, in der Hand den „Ulmer Kloben“, eine
lange Pfeife.
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Die
Schenkekinder, meist aus der Verwandtschaft, überreichen dem Brautpaar
Brot und Salz.
Ganzer
Stolz unserer Gilde, ist der 150 Jahre alte Korbkinderwagen, liebevoll
restauriert.
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